Der Blutwert Freies Vitamin D liefert Hinweise auf den Anteil des Vitamin D, der nicht an Bindungsproteine gekoppelt und damit theoretisch direkt zellverfügbar ist. Im Gegensatz zum Gesamt-25-OH-Vitamin-D handelt es sich um einen spezialisierten, in der Routinediagnostik selten eingesetzten Wert.
Was ist Freies Vitamin D?
Freies Vitamin D ist der Anteil des 25-Hydroxy-Vitamin-D im Blut, der nicht an das Vitamin-D-bindende Protein (DBP) oder Albumin gebunden ist. Über 99 % des zirkulierenden Vitamin D liegen proteingebunden vor, nur ein sehr geringer Anteil (meist deutlich unter 1 %) zirkuliert frei. Nach der "Free Hormone Hypothesis" soll dieser freie Anteil für die Zellaufnahme maßgeblich sein, dies wird in der Forschung jedoch weiterhin diskutiert.
Welche Erkenntnisse liefert der Freies-Vitamin-D-Blutwert?
- Differenziertere Einschätzung bei verändertem DBP-Spiegel:
Bei Erkrankungen oder Zuständen, die die Konzentration des Vitamin-D-bindenden Proteins verändern, kann das Gesamt-25-OH-Vitamin-D die tatsächliche Versorgungslage verzerrt darstellen. - Relevanz bei Lebererkrankungen:
Da DBP in der Leber gebildet wird, kann bei Leberzirrhose oder anderen Lebererkrankungen der freie Anteil trotz normalem Gesamtwert verändert sein. - Relevanz bei Nierenerkrankungen:
Bei nephrotischem Syndrom geht DBP vermehrt über die Niere verloren, was die Interpretation des Gesamtwerts erschweren kann. - Diskussion um ethnische Unterschiede:
Bei Personen mit dunklerer Hautpigmentierung wurden niedrigere DBP-Spiegel bei vergleichbarem freiem Vitamin D beschrieben, was in der Forschung zur Neubewertung von Referenzbereichen führt. - Ergänzung bei unklarer Diskrepanz zwischen Gesamtwert und Symptomatik:
Wenn Beschwerden trotz normalem Gesamt-Vitamin-D bestehen, kann der freie Wert theoretisch zusätzliche Hinweise liefern.
Typische Referenzwerte (Orientierung)
| Freies Vitamin D | Einordnung |
|---|---|
| ca. 4,0–8,0 pg/ml | Orientierungsbereich (laborabhängig, uneinheitlich validiert) |
| 8.49 - 28.3 pg/ml | IMD Labor Referenzwerte |
Wichtiger Hinweis
Freies Vitamin D ist kein etablierter Routinewert und wird bisher nur von wenigen Speziallaboren angeboten; standardisierte, allgemein anerkannte Referenzbereiche fehlen weitgehend. Für die alltägliche Beurteilung der Vitamin-D-Versorgung bleibt das Gesamt-25-OH-Vitamin-D der klinische Standardwert. Ergänzend können Vitamin-D-bindendes Protein (DBP), Albumin, Kalzium und Parathormon (PTH) sinnvoll sein.
Wann sind Abweichungen beim Freien Vitamin D häufig?
- Lebererkrankungen mit veränderter DBP-Produktion (z. B. Leberzirrhose)
- Nephrotisches Syndrom mit DBP-Verlust über die Niere
- Schwangerschaft (physiologisch erhöhtes DBP)
- Genetische Polymorphismen des DBP-Gens
- Schwere Allgemeinerkrankungen mit verändertem Eiweißstoffwechsel
Fazit
- Freies Vitamin D bildet den nicht proteingebundenen, theoretisch zellverfügbaren Anteil des 25-OH-Vitamin-D ab.
- Der Wert ist bislang kein Routineparameter und dient vor allem der Forschung sowie speziellen klinischen Fragestellungen.
- Für die praktische Beurteilung der Vitamin-D-Versorgung bleibt das Gesamt-25-OH-Vitamin-D maßgeblich.
Kosten im IMD-Labor 29,14 EUR
Der Freies-Vitamin-D-Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler kostet die reine Laborbestimmung 29,14 €. Dazu kommen ggf. Blutabnahme (+4,20 €) und Beratungskosten beim Arzt.
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