Der Blutwert Melatonin liefert wichtige Hinweise auf den Schlaf-Wach-Rhythmus und die innere Uhr. Melatonin ist das zentrale Steuerhormon des Tag-Nacht-Zyklus und wird vor allem bei Schlafstörungen oder Störungen der circadianen Rhythmik diagnostisch herangezogen.
Was ist Melatonin?
Melatonin ist ein Hormon der Zirbeldrüse (Epiphyse) im Gehirn, das aus der Aminosäure Tryptophan über die Zwischenstufe Serotonin gebildet wird. Die Ausschüttung wird durch Licht gesteuert: Dunkelheit fördert, Helligkeit hemmt die Produktion. Dadurch steigt der Melatoninspiegel abends an und signalisiert dem Körper den Beginn der Nachtruhe.
Welche Erkenntnisse liefert der Melatonin-Blutwert?
- Beurteilung des Schlaf-Wach-Rhythmus:
Ein ausbleibender abendlicher Melatoninanstieg kann auf eine gestörte innere Uhr oder eine verzögerte Schlafphase hinweisen. - Abklärung von Schlafstörungen:
Bei chronischen Ein- oder Durchschlafstörungen kann die Messung helfen, eine unzureichende Melatoninproduktion als Mitursache zu identifizieren. - Relevanz bei Schichtarbeit und Jetlag:
Unregelmäßige Licht- und Schlafzeiten können den natürlichen Melatoninrhythmus verschieben oder abschwächen. - Hinweis auf altersbedingten Rückgang:
Die nächtliche Melatoninproduktion nimmt mit zunehmendem Alter ab, was mit einer erhöhten Neigung zu Schlafstörungen im Alter in Verbindung gebracht wird. - Kontrolle bei Melatonin-Supplementierung:
Der Wert kann zur Einschätzung herangezogen werden, ob und wie stark eine Supplementierung den körpereigenen Rhythmus beeinflusst.
Typische Referenzwerte (Orientierung)
| Melatonin | Einordnung |
|---|---|
| Tageswert (ca. 12:00 Uhr): < 10 pg/ml | Normalbereich (physiologisch niedrig) |
| Nachtwert (ca. 2:00–4:00 Uhr): 40–150 pg/ml | Normalbereich (physiologischer Anstieg) |
| Fehlender oder stark abgeschwächter Nachtanstieg | Hinweis auf gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus |
Wichtiger Hinweis
Melatonin unterliegt einer sehr ausgeprägten tageszeitlichen Schwankung, weshalb der Messzeitpunkt entscheidend für die Interpretation ist. Für eine fundierte Einordnung sind oft zusätzliche Angaben wie Schlafprotokoll, Lichtexposition und ggf. Cortisol-Tagesprofil sinnvoll.
Wann sind Abweichungen beim Melatonin häufig?
- Chronische Schlafstörungen
- Schichtarbeit mit wechselnden Arbeitszeiten
- Jetlag nach Zeitzonenwechsel
- Höheres Lebensalter (physiologischer Rückgang)
- Starke Bildschirm- bzw. Lichtexposition am Abend
- Bestimmte neurologische oder psychiatrische Erkrankungen
Fazit
- Melatonin steuert als zentrales Hormon der Zirbeldrüse den Schlaf-Wach-Rhythmus.
- Ein gestörter nächtlicher Anstieg kann Schlafprobleme erklären, besonders bei Schichtarbeit oder im Alter.
- Wegen der starken tageszeitlichen Schwankung ist der Messzeitpunkt für die Interpretation entscheidend.
Kosten im Labor
Der Melatonin-Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler kostet die reine Laborbestimmung ca. 50,00 €. Dazu kommen ggf. Blutabnahme (+4,20 €) und Beratungskosten beim Arzt.
Mir ist aber kein Labor bekannt, welches Melatonin misst. Es gibt zusätzlich Speicheltests zu kaufen, die eingeschickt werden müssen, vielleicht eine Alternative.
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