Der Blutwert IGF-1 (früher: Somatomedin C) liefert wichtige Hinweise auf die Wachstumshormon-Aktivität der letzten Tage bis Wochen. Da IGF-1 im Gegensatz zu Growth Hormone kaum tageszeitlichen Schwankungen unterliegt, gilt es als zuverlässigster Marker zur Beurteilung der GH-Achse.
Was ist IGF-1?
IGF-1 (Insulin-like Growth Factor 1), auch Somatomedin C genannt, ist ein Peptidhormon, das überwiegend in der Leber als Reaktion auf die Ausschüttung von Growth Hormone (GH) gebildet wird. IGF-1 vermittelt einen Großteil der wachstumsfördernden und anabolen (aufbauenden) Wirkungen von GH auf Knochen, Muskulatur und andere Gewebe.
Welche Erkenntnisse liefert der IGF-1-Blutwert?
- Stabiler Marker der Wachstumshormon-Aktivität:
Da IGF-1 im Blut deutlich konstanter ist als GH selbst, eignet es sich besser zur Einschätzung der durchschnittlichen GH-Sekretion. - Abklärung von Wachstumsstörungen bei Kindern:
Niedrige IGF-1-Werte gehören zu den wichtigsten Hinweisen bei der Abklärung von Minderwuchs im Kindesalter. - Diagnose und Verlaufskontrolle bei Akromegalie:
Deutlich erhöhte IGF-1-Werte sind ein zentraler Marker zur Diagnose und Therapiekontrolle einer Akromegalie. - Beurteilung eines GH-Mangels bei Erwachsenen:
Niedrige Werte können auf einen erwachsenen Wachstumshormonmangel hinweisen und mit Symptomen wie verminderter Muskelmasse und Erschöpfung einhergehen. - Relevanz für Muskelaufbau und Anti-Aging-Medizin:
IGF-1 wird häufig im Zusammenhang mit Trainingseffekten, Regeneration und altersbedingtem Hormonrückgang diskutiert.
Typische Referenzwerte (Orientierung)
| IGF-1 | Einordnung |
|---|---|
| 20–29 Jahre: | Normalbereich ca. 116–358 ng/ml |
| 30–39 Jahre: | Normalbereich ca. 100–277 ng/ml |
| 40–49 Jahre: | Normalbereich ca. 88–246 ng/ml |
| > 50 Jahre: | Normalbereich ca. 65–219 ng/ml weiter sinkend |
Wichtiger Hinweis
IGF-1 sollte nicht isoliert beurteilt werden. Für eine fundierte Einordnung sind oft zusätzliche Werte wie Growth Hormone (GH), IGFBP-3 und ggf. spezielle Suppressions- bzw. Stimulationstests sinnvoll.
Wann sind Abweichungen beim IGF-1 häufig?
- Akromegalie (GH-produzierendes Hypophysenadenom)
- Angeborener oder erworbener Wachstumshormonmangel
- Mangelernährung oder chronische Erkrankungen
- Lebererkrankungen (verminderte IGF-1-Produktion)
- Schlecht eingestellter Diabetes mellitus
- Physiologischer altersbedingter Rückgang
Fazit
- IGF-1 wird als Reaktion auf Wachstumshormon in der Leber gebildet und spiegelt die durchschnittliche GH-Aktivität wider.
- Niedrige Werte können auf einen GH-Mangel hinweisen, stark erhöhte Werte auf eine Akromegalie.
- Da IGF-1 stabiler als GH selbst ist, gilt es als zuverlässigerer Marker für die Diagnostik.
Kosten im Labor 32,18 EUR
Der IGF 1-Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler kostet die reine Laborbestimmung 32,18 €. Dazu kommen ggf. Blutabnahme (+4,20 €) und Beratungskosten beim Arzt.
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