Der Blutwert LH liefert wichtige Hinweise auf die Funktion des hormonellen Regelkreises zwischen Hypophyse und Keimdrüsen. LH steuert bei Männern die Testosteronproduktion und bei Frauen den Eisprung und ist damit zentral für die Fruchtbarkeit und den Hormonhaushalt.

Was ist LH?

LH (Luteinisierendes Hormon) ist ein Hormon der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), das die Keimdrüsen (Hoden bzw. Eierstöcke) zur Hormonproduktion anregt. Bei Männern stimuliert LH die Leydig-Zellen der Hoden zur Testosteronbildung, bei Frauen löst ein LH-Anstieg in der Zyklusmitte den Eisprung aus. Die Ausschüttung wird über einen Regelkreis mit dem Hypothalamus (GnRH) und den Keimdrüsenhormonen gesteuert.

Welche Erkenntnisse liefert der LH-Blutwert?

  • Unterscheidung zwischen primärem und sekundärem Hypogonadismus:
    Erhöhtes LH bei niedrigem Testosteron spricht für eine Störung der Hoden selbst (primärer Hypogonadismus), niedriges LH bei niedrigem Testosteron für eine Störung von Hypophyse oder Hypothalamus (sekundärer Hypogonadismus).
  • Beurteilung der Eierstockfunktion bei Frauen:
    Erhöhte LH-Werte können auf eine nachlassende Eierstockfunktion oder die beginnende Menopause hinweisen.
  • Bestimmung des Eisprungs (Zyklusdiagnostik):
    Der LH-Anstieg in der Zyklusmitte wird zur Bestimmung der fruchtbaren Tage genutzt, z. B. bei Kinderwunsch oder Ovulationstests.
  • Hinweis auf polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS):
    Bei PCOS ist häufig ein erhöhtes LH/FSH-Verhältnis zu beobachten.
  • Abklärung von Pubertätsstörungen:
    LH hilft bei der Einordnung einer verfrühten oder verzögerten Pubertätsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen.

Typische Referenzwerte (Orientierung)

LH Einordnung
Männer: 1,7–8,6 U/l Normalbereich (laborabhängig)
Frauen, Follikelphase: 2,4–12,6 U/l Normalbereich (zyklusabhängig)
Frauen, Ovulationspeak: 14–96 U/l Zyklusmitte (Eisprung)
Frauen, Postmenopause: 7,7–58,5 U/l Erhöht (physiologisch)

Wichtiger Hinweis

LH sollte nicht isoliert beurteilt werden. Für eine fundierte Einordnung sind oft zusätzliche Werte wie FSH, Testosteron, Östradiol und Prolaktin sinnvoll.

Wann sind Abweichungen beim LH häufig?

  • Beginnende oder eingetretene Menopause
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
  • Hodenerkrankungen (primärer Hypogonadismus)
  • Erkrankungen von Hypophyse oder Hypothalamus (sekundärer Hypogonadismus)
  • Verfrühte oder verzögerte Pubertät
  • Starker Stress oder extremes Untergewicht (funktionelle Störung)

Fazit

  • LH steuert die Hormonproduktion der Keimdrüsen und ist zentral für Testosteronbildung und Eisprung.
  • In Kombination mit Testosteron bzw. Östradiol hilft LH, zwischen primären und sekundären Hormonstörungen zu unterscheiden.
  • Bei Kinderwunsch dient der LH-Anstieg zur Bestimmung der fruchtbaren Tage.

Kosten im IMD-Labor 14,47 EUR

Der LH-Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler kostet die reine Laborbestimmung 14,47 €. Dazu kommen ggf. Blutabnahme (+4,20 €) und Beratungskosten beim Arzt.