Der Blutwert Insulin liefert wichtige Hinweise auf die Funktion der Bauchspeicheldrüse und die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen. Insulin ist das zentrale Hormon zur Regulation des Blutzuckerspiegels.

Was ist Insulin?

Insulin ist ein Hormon, das in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet wird. Es sorgt dafür, dass Glucose aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen werden kann, und ist damit maßgeblich an der Regulation des Blutzuckerspiegels beteiligt. Zusätzlich beeinflusst Insulin den Fett- und Eiweißstoffwechsel.

Welche Erkenntnisse liefert der Insulin-Blutwert?

  1. Beurteilung der Insulinresistenz:
    Erhöhte Nüchtern-Insulinwerte bei gleichzeitig normalem Blutzucker können ein frühes Anzeichen für eine beginnende Insulinresistenz sein.
  2. Berechnungsgrundlage für den HOMA-Index:
    Zusammen mit der Nüchternglucose dient Insulin zur Berechnung des HOMA-Index, einem etablierten Marker für Insulinresistenz.
  3. Abklärung von Unterzuckerungen:
    Bei unklaren Hypoglykämien kann ein unangemessen hoher Insulinspiegel auf ein Insulinom oder eine übermäßige Insulinausschüttung hinweisen.
  4. Hinweis auf beginnenden Typ-2-Diabetes:
    Ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel zeigt, dass die Bauchspeicheldrüse den erhöhten Bedarf durch vermehrte Ausschüttung kompensieren muss – ein Vorbote der Erschöpfung der Betazellen.
  5. Relevanz bei PCOS und metabolischem Syndrom:
    Erhöhte Insulinwerte finden sich häufig auch bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom sowie im Rahmen eines metabolischen Syndroms.

Typische Referenzwerte (Orientierung)

Insulin (nüchtern) Einordnung
2–6 µU/ml Optimal im Sinne guter Insulinsensitivität
2,6–24,9 µU/ml Normalbereich (laborabhängig)
> 25 µU/ml Hinweis auf Insulinresistenz oder Hyperinsulinismus
Sehr niedrig bei gleichzeitiger Hyperglykämie Hinweis auf Insulinmangel (z. B. Typ-1-Diabetes)

Wichtiger Hinweis

Insulin sollte nicht isoliert beurteilt werden. Für eine fundierte Einordnung sind oft zusätzliche Werte wie Nüchternglucose, HOMA-Index und HbA1c sinnvoll.

Wann sind Abweichungen beim Insulin häufig?

  • Insulinresistenz und beginnender Typ-2-Diabetes
  • Übergewicht, insbesondere viszerales Bauchfett
  • Metabolisches Syndrom
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
  • Insulinom (seltener insulinproduzierender Tumor)
  • Typ-1-Diabetes (erniedrigte Werte durch Insulinmangel)

Fazit

  • Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel und ermöglicht die Zuckeraufnahme in die Körperzellen.
  • Erhöhte Nüchternwerte können auf eine beginnende Insulinresistenz hinweisen, stark erniedrigte Werte auf einen Insulinmangel.
  • Zusammen mit der Nüchternglucose bildet Insulin die Grundlage für den HOMA-Index.

Kosten im IMD-Labor

Der Insulin-Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) ist im HOMA-Index bereits enthalten und somit kostenlos. Der HOMA Index errechnet sich aus nüchtern insulin + nüchter Glucose. Beide Werte sind inklusive.

Beim IMD-Labor kostet der HOMA INDEX 16,90 EUR netto.