Der Blutwert Ferritin liefert die wichtigsten Hinweise auf die Eisenspeicher im Körper. Er ist der zentrale Marker zur Erkennung eines Eisenmangels, kann aber auch bei Entzündungen erhöht sein.

Was ist Ferritin?

Ferritin ist ein Speicherprotein für Eisen. Es lagert Eisen vor allem in Leber, Milz, Knochenmark und Muskeln. Ein kleiner Teil zirkuliert im Blut und spiegelt in vielen Fällen die Füllung der Eisenspeicher wider.

Welche Erkenntnisse liefert der Ferritin-Blutwert?

  1. Erkennung von Eisenmangel:
    Niedriges Ferritin ist typischerweise ein sehr früher und zuverlässiger Hinweis
    auf geleerte Eisenspeicher. Ein Eisenmangel kann bereits bestehen,
    bevor eine Blutarmut (Anämie) sichtbar wird.
  2. Abklärung von Müdigkeit und Leistungsabfall:
    Ferritin wird häufig bestimmt bei Erschöpfung, Konzentrationsproblemen,
    Haarausfall oder Kälteempfindlichkeit, da ein Eisenmangel solche Beschwerden
    verursachen kann.
  3. Verlaufskontrolle bei Eisensupplementierung:
    Der Wert hilft zu beurteilen, ob sich die Eisenspeicher unter Therapie
    wieder auffüllen oder weiterhin ein Mangel besteht.
  4. Hinweis auf Entzündungen oder chronische Erkrankungen:
    Ferritin ist ein Akute-Phase-Protein und kann bei Entzündungen, Infekten oder chronischen Erkrankungen erhöht sein, auch wenn ein funktioneller Eisenmangel vorliegt.
  5. Hinweis auf Eisenüberladung:
    Stark erhöhte Ferritinwerte können auf eine Eisenüberladung hinweisen
    (z. B. Hämochromatose), müssen aber immer differenziert beurteilt werden,
    da Ferritin auch bei Entzündungen und Lebererkrankungen ansteigt.

Typische Referenzwerte (Orientierung)

Ferritin Einordnung
15–150 ng/ml (Frauen) Referenzbereich (laborabhängig)
30–300 ng/ml (Männer) Referenzbereich (laborabhängig)
< 15–30 ng/ml Eisenspeicher leer / Eisenmangel wahrscheinlich
> 300–500 ng/ml Erhöht – mögliche Entzündung, Leberbelastung oder Eisenüberladung

Wichtiger Hinweis zur Interpretation

Ferritin kann bei Entzündungen erhöht sein, obwohl ein Eisenmangel besteht.
Zur Abgrenzung sind häufig zusätzliche Werte sinnvoll, z. B. CRP, Transferrin und die Transferrinsättigung.


Wann ist Ferritin besonders sinnvoll?

  • Verdacht auf Eisenmangel (z. B. Müdigkeit, Haarausfall, Blässe)
  • Abklärung von Blutarmut (Anämie)
  • Starke oder häufige Blutverluste (z. B. Menstruation)
  • Kontrolle bei Eisensupplementierung
  • Verdacht auf Eisenüberladung oder Hämochromatose

Fazit

  • Ferritin ist der wichtigste Marker für die Eisenspeicher.
  • Niedrige Werte sprechen stark für Eisenmangel.
  • Erhöhte Werte müssen im Kontext von Entzündungen und Leberwerten beurteilt werden.

Kosten im IMD-Labor 14,57 EUR netto

Der Ferritin-Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler, kostet die reine Laborbestimmung ca. 14,57 €, dazu kommen MwSt. und ggf. Blutabnahme (+4,20 €) und Beratungskosten beim Arzt.