Der Blutwert Eicosapentaensäure liefert wichtige Hinweise auf die Versorgung mit entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren. EPA ist neben DHA einer der beiden zentralen Bausteine des Omega-3-Index und spielt eine wichtige Rolle für Herz-Kreislauf- und Entzündungsprozesse.
Was ist Eicosapentaensäure?
Eicosapentaensäure (EPA) ist eine mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure, die vor allem in fettreichem Kaltwasserfisch (z. B. Lachs, Makrele, Hering) sowie in Fischöl- und Algenölpräparaten vorkommt. Der Körper kann EPA nur in geringem Umfang selbst aus der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) herstellen, weshalb eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung wichtig ist.
Welche Erkenntnisse liefert der EPA-Blutwert?
- Hinweis auf die entzündungshemmende Versorgungslage:
EPA ist Ausgangsstoff für entzündungsauflösende Botenstoffe (Resolvine, Eicosanoide der 3er-Reihe). Ein niedriger Wert kann mit einer erhöhten entzündlichen Grundtendenz einhergehen. - Beurteilung der kardiovaskulären Schutzwirkung:
Eine gute EPA-Versorgung wird mit günstigeren Triglyceridwerten und einer geringeren Neigung zu Gefäßentzündungen in Verbindung gebracht. - Bestandteil des Omega-3-Index:
Zusammen mit DHA bildet EPA die Grundlage für die Berechnung des Omega-3-Index, eines etablierten Langzeitmarkers der Fettsäureversorgung. - Beurteilung der Ernährungsqualität:
Niedrige EPA-Werte deuten auf einen geringen Konsum von fettem Fisch oder Omega-3-Präparaten hin. - Hinweis auf die Wirksamkeit einer Supplementierung:
Der Wert eignet sich zur Verlaufskontrolle, um zu prüfen, ob eine gezielte EPA-Zufuhr (z. B. über Fischöl) tatsächlich anschlägt.
Typische Referenzwerte (Orientierung)
| EPA (Anteil an Erythrozyten-Fettsäuren) | Einordnung |
|---|---|
| < 0,5 % | Niedrig (Mangel wahrscheinlich) |
| 0,5–1,5 % | Mittlerer Bereich |
| > 1,5 % | Gute Versorgung |
Wichtiger Hinweis
Eicosapentaensäure sollte nicht isoliert beurteilt werden. Für eine fundierte Einordnung sind oft zusätzliche Werte wie Docosahexaensäure (DHA), der Omega-3-Index und das Omega-6/Omega-3-Verhältnis sinnvoll.
Wann sind Abweichungen bei der Eicosapentaensäure häufig?
- Geringer Konsum von fettem Fisch (z. B. Lachs, Makrele, Hering)
- Vegane oder vegetarische Ernährung ohne Algenöl-Supplementierung
- Hoher Konsum von Omega-6-reichen Ölen ohne Ausgleich
- Regelmäßige Einnahme hochdosierter Fischöl- oder Algenölpräparate (Wert erhöht)
- Fettstoffwechselstörungen
Fazit
- Eicosapentaensäure (EPA) ist eine zentrale entzündungshemmende Omega-3-Fettsäure und Bestandteil des Omega-3-Index.
- Niedrige Werte können auf eine unzureichende Versorgung und eine erhöhte entzündliche Grundtendenz hinweisen.
- Eine gute Versorgung wird mit kardiovaskulären und entzündungshemmenden Vorteilen in Verbindung gebracht.
Kosten im Labor 47,80 EUR
Eicosapentaensäure (EPA) ist Teil des Omega-3-Index und kostet als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler 47,80 EUR im IMD-Labor. Bei Bestimmung über eine venöse Blutabnahme beim Arzt kommen ggf. zusätzliche Kosten für die Blutentnahme hinzu.
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