Der Blutwert Bilirubin liefert wichtige Hinweise auf die Leber- und Gallenfunktion sowie auf den Abbau roter Blutkörperchen. Bilirubin ist der Farbstoff, der bei einer Gelbsucht (Ikterus) für die charakteristische Gelbfärbung von Haut und Augen verantwortlich ist.

Was ist Bilirubin?

Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, das beim Abbau alter roter Blutkörperchen entsteht. Es wird in der Leber verarbeitet (konjugiert) und über die Galle ausgeschieden. Man unterscheidet indirektes (unkonjugiertes) Bilirubin, das vor der Leberpassage vorliegt, und direktes (konjugiertes) Bilirubin, das bereits in der Leber verarbeitet wurde.

Welche Erkenntnisse liefert der Bilirubin-Blutwert?

  1. Hinweis auf gesteigerten Abbau roter Blutkörperchen:
    Ein erhöhtes indirektes Bilirubin kann auf eine Hämolyse, also einen vermehrten Abbau von Erythrozyten, hinweisen.
  2. Beurteilung der Leberfunktion:
    Eine gestörte Leberfunktion kann die Verarbeitung von Bilirubin beeinträchtigen und zu erhöhten Gesamtwerten führen.
  3. Hinweis auf Gallenstau (Cholestase):
    Ein erhöhtes direktes Bilirubin deutet auf eine Abflussstörung der Galle hin, z. B. durch Gallensteine oder Tumoren.
  4. Abklärung einer Gelbsucht (Ikterus):
    Anhand des Verhältnisses von direktem zu indirektem Bilirubin lässt sich die Ursache einer Gelbsucht weiter eingrenzen.
  5. Diagnose des Gilbert-Syndroms:
    Ein isoliert erhöhtes indirektes Bilirubin bei ansonsten unauffälligen Leberwerten kann auf das gutartige Gilbert-Syndrom hinweisen, eine häufige, harmlose Stoffwechselbesonderheit.

Typische Referenzwerte (Orientierung)

Bilirubin Einordnung
Gesamt-Bilirubin: bis 1,1 mg/dl Normalbereich (laborabhängig)
Direktes Bilirubin: bis 0,3 mg/dl Normalbereich
Oberhalb des Referenzbereichs Hinweis auf Leber-, Gallenwegs- oder Blutabbaustörung

Wichtiger Hinweis

Bilirubin sollte nicht isoliert beurteilt werden. Für eine fundierte Einordnung sind oft zusätzliche Werte wie GOT, GPT, Gamma-GT und Alkalische Phosphatase sinnvoll.

Wann sind Abweichungen beim Bilirubin häufig?

  • Gilbert-Syndrom (gutartige, harmlose Erhöhung)
  • Gallenstau, z. B. durch Gallensteine
  • Lebererkrankungen (z. B. Hepatitis, Leberzirrhose)
  • Hämolytische Anämie (gesteigerter Abbau roter Blutkörperchen)
  • Neugeborenengelbsucht
  • Bestimmte Medikamente oder Lebertoxine

Fazit

  • Bilirubin entsteht beim Abbau roter Blutkörperchen und wird über Leber und Galle ausgeschieden.
  • Erhöhte Werte können auf Leber-, Gallenwegs- oder Blutabbaustörungen hinweisen.
  • Das Verhältnis von direktem zu indirektem Bilirubin hilft, die Ursache einzugrenzen.

Kosten im IMD-Labor 2,33 EUR

Der Bilirubin-gesamt-Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler, kostet die reine Laborbestimmung 2,33 €. Dazu kommen MwSt., ggf. Blutabnahme (+4,20 €) und Beratungskosten beim Arzt.

Beim IMD-Labor heißt es Leberscreening-Profil und beinhaltet die Werte GOT, GammaGT, GPT und AP für 9,32 EUR.