Der Blutwert Eicosapentaensäure liefert wichtige Hinweise auf die Versorgung mit entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren. EPA ist neben DHA einer der beiden zentralen Bausteine des Omega-3-Index und spielt eine wichtige Rolle für Herz-Kreislauf- und Entzündungsprozesse.

Was ist Eicosapentaensäure?

Eicosapentaensäure (EPA) ist eine mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure, die vor allem in fettreichem Kaltwasserfisch (z. B. Lachs, Makrele, Hering) sowie in Fischöl- und Algenölpräparaten vorkommt. Der Körper kann EPA nur in geringem Umfang selbst aus der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) herstellen, weshalb eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung wichtig ist.

Welche Erkenntnisse liefert der EPA-Blutwert?

  1. Hinweis auf die entzündungshemmende Versorgungslage:
    EPA ist Ausgangsstoff für entzündungsauflösende Botenstoffe (Resolvine, Eicosanoide der 3er-Reihe). Ein niedriger Wert kann mit einer erhöhten entzündlichen Grundtendenz einhergehen.
  2. Beurteilung der kardiovaskulären Schutzwirkung:
    Eine gute EPA-Versorgung wird mit günstigeren Triglyceridwerten und einer geringeren Neigung zu Gefäßentzündungen in Verbindung gebracht.
  3. Bestandteil des Omega-3-Index:
    Zusammen mit DHA bildet EPA die Grundlage für die Berechnung des Omega-3-Index, eines etablierten Langzeitmarkers der Fettsäureversorgung.
  4. Beurteilung der Ernährungsqualität:
    Niedrige EPA-Werte deuten auf einen geringen Konsum von fettem Fisch oder Omega-3-Präparaten hin.
  5. Hinweis auf die Wirksamkeit einer Supplementierung:
    Der Wert eignet sich zur Verlaufskontrolle, um zu prüfen, ob eine gezielte EPA-Zufuhr (z. B. über Fischöl) tatsächlich anschlägt.

Typische Referenzwerte (Orientierung)

EPA (Anteil an Erythrozyten-Fettsäuren) Einordnung
< 0,5 % Niedrig (Mangel wahrscheinlich)
0,5–1,5 % Mittlerer Bereich
> 1,5 % Gute Versorgung

Wichtiger Hinweis

Eicosapentaensäure sollte nicht isoliert beurteilt werden. Für eine fundierte Einordnung sind oft zusätzliche Werte wie Docosahexaensäure (DHA), der Omega-3-Index und das Omega-6/Omega-3-Verhältnis sinnvoll.

Wann sind Abweichungen bei der Eicosapentaensäure häufig?

  • Geringer Konsum von fettem Fisch (z. B. Lachs, Makrele, Hering)
  • Vegane oder vegetarische Ernährung ohne Algenöl-Supplementierung
  • Hoher Konsum von Omega-6-reichen Ölen ohne Ausgleich
  • Regelmäßige Einnahme hochdosierter Fischöl- oder Algenölpräparate (Wert erhöht)
  • Fettstoffwechselstörungen

Fazit

  • Eicosapentaensäure (EPA) ist eine zentrale entzündungshemmende Omega-3-Fettsäure und Bestandteil des Omega-3-Index.
  • Niedrige Werte können auf eine unzureichende Versorgung und eine erhöhte entzündliche Grundtendenz hinweisen.
  • Eine gute Versorgung wird mit kardiovaskulären und entzündungshemmenden Vorteilen in Verbindung gebracht.

Kosten im Labor 47,80 EUR

Eicosapentaensäure (EPA) ist Teil des Omega-3-Index und kostet als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler 47,80 EUR im IMD-Labor. Bei Bestimmung über eine venöse Blutabnahme beim Arzt kommen ggf. zusätzliche Kosten für die Blutentnahme hinzu.