Der Blutwert DHEA-Sulfat liefert wichtige Hinweise auf die Hormonproduktion der Nebennierenrinde. DHEAS gilt als stabilster Marker zur Beurteilung der Androgenreserve, da er im Gegensatz zu vielen anderen Hormonen kaum tageszeitlichen Schwankungen unterliegt.

Was ist DHEA-Sulfat?

DHEA-Sulfat (Dehydroepiandrosteronsulfat) ist die sulfatierte, stabile Speicherform des Hormons DHEA, das nahezu ausschließlich in der Nebennierenrinde gebildet wird. DHEAS dient im Körper als Vorläuferhormon (Prohormon), aus dem in verschiedenen Geweben weitere Sexualhormone wie Testosteron und Östrogene gebildet werden können.

Welche Erkenntnisse liefert der DHEA-Sulfat-Blutwert?

  • Beurteilung der Nebennierenrindenfunktion:
    Da DHEAS fast ausschließlich aus der Nebennierenrinde stammt, ist der Wert ein spezifischer Marker für deren Hormonproduktion.
  • Hinweis auf altersbedingten Hormonabfall:
    Der DHEAS-Spiegel sinkt kontinuierlich mit zunehmendem Alter, was mit Themen wie Vitalität, Muskelmasse und Wohlbefinden in Verbindung gebracht wird.
  • Abklärung von Androgenüberschuss bei Frauen:
    Erhöhte DHEAS-Werte können bei Frauen auf eine Überfunktion der Nebennierenrinde oder androgenproduzierende Tumoren hinweisen und äußern sich z. B. in vermehrter Körperbehaarung oder Zyklusstörungen.
  • Hinweis auf Nebennierenrindenerkrankungen:
    Deutlich erniedrigte oder stark erhöhte Werte können auf eine Nebenniereninsuffizienz bzw. auf Tumoren oder Hyperplasien der Nebennierenrinde hindeuten.
  • Relevanz bei chronischer Erschöpfung und Stressbelastung:
    Ein niedriger DHEAS-Spiegel wird häufig im Zusammenhang mit chronischem Stress und anhaltender Erschöpfung diskutiert.

Typische Referenzwerte (Orientierung)

Alter Männer (µg/dl) Frauen (µg/dl)
10–14 Jahre 24,4–247,0 33,9–280,0
15–19 Jahre 70,2–492,0 65,1–368,0
20–24 Jahre 211,0–492,0 148,0–407,0
25–34 Jahre 160,0–449,0 98,8–340,0
35–44 Jahre 88,9–427,0 60,9–337,0
45–54 Jahre 44,3–331,0 35,4–256,0
55–64 Jahre 51,7–295,0 18,9–205,0
65–74 Jahre 33,6–249,0 9,4–246,0
> 75 Jahre 16,2–123,0 12,0–154,0

Wichtiger Hinweis

DHEA-Sulfat sollte nicht isoliert beurteilt werden. Für eine fundierte Einordnung sind oft zusätzliche Werte wie Cortisol, Testosteron, ACTH und Androstendion sinnvoll.

Wann sind Abweichungen beim DHEA-Sulfat häufig?

  • Altersbedingter, physiologischer Rückgang (Adrenopause)
  • Nebenniereninsuffizienz (z. B. Morbus Addison)
  • Nebennierenrindentumoren oder -hyperplasien
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bei Frauen
  • Chronischer Stress und Erschöpfungszustände
  • Bestimmte Medikamente (z. B. Kortikosteroide)

Fazit

  • DHEA-Sulfat ist ein stabiler Marker der Nebennierenrindenfunktion und Vorläuferhormon für Sexualhormone.
  • Niedrige Werte können mit altersbedingtem Abfall oder Nebennierenschwäche zusammenhängen, hohe Werte mit Androgenüberschuss.
  • Aufgrund der geringen tageszeitlichen Schwankung eignet sich DHEAS gut als verlässlicher Verlaufsmarker.

Kosten im IMD-Labor 13,60 EUR

Der DHEA-Sulfat-Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler kostet die reine Laborbestimmung 13,60 €. Dazu kommen ggf. Blutabnahme (+4,20 €) und Beratungskosten beim Arzt.