Der Blutwert Lithium liefert Hinweise auf die natürliche Versorgung mit diesem potenziell essenziellen Spurenelement. Anders als bei der pharmakologischen Anwendung in der Psychiatrie geht es hier um die geringen Mengen, die über Trinkwasser und pflanzliche Lebensmittel aufgenommen werden und mit zentralnervösen Funktionen in Verbindung gebracht werden.

Was ist Lithium als Spurenelement?

Lithium ist ein Alkalimetall, das in geringen Mengen natürlich über Trinkwasser, Gemüse und andere pflanzliche Lebensmittel aufgenommen wird. Da der zugrunde liegende biochemische Wirkmechanismus bislang nicht vollständig geklärt ist, gilt Lithium bisher als "potenziell" essenzielles Spurenelement. Die Bestimmung der individuellen Versorgungslage erfolgt hochsensitiv mittels ICP-MS im EDTA-Vollblut und unterscheidet sich methodisch deutlich von der Messung des therapeutischen Lithiumspiegels bei medikamentöser Anwendung.

Welche Erkenntnisse liefert der Lithium-Blutwert als Spurenelement?

  • Beurteilung der natürlichen Lithium-Versorgung:
    Der Wert zeigt, wie viel Lithium über Trinkwasser und Nahrung tatsächlich aufgenommen und im Körper verfügbar ist.
  • Diskutierte Relevanz für zentralnervöse Funktionen:
    Studien deuten darauf hin, dass bereits geringe, natürliche Lithiummengen neuronale Prozesse beeinflussen können.
  • Zusammenhang mit regionalen Trinkwasserstudien:
    Bevölkerungsstudien, u. a. aus Japan, zeigten in Regionen mit höheren Lithiumkonzentrationen im Trinkwasser eine geringere Häufigkeit bestimmter psychischer Erkrankungen sowie eine niedrigere Gesamtmortalität.
  • Forschung zu lebensverlängernden Effekten:
    In Grundlagenmodellen (z. B. dem Fadenwurm C. elegans) zeigte niedrig dosiertes Lithium Hinweise auf mögliche positive Effekte auf die Lebensspanne.
  • Abgrenzung zur therapeutischen Lithiummessung:
    Der Spurenelement-Test ist nicht mit der Kontrolle des Medikamentenspiegels bei einer Lithiumtherapie zu verwechseln, die im Serum mit einem anderen, dafür geeigneten Verfahren erfolgt.

Typische Referenzwerte (Orientierung)

Lithium (EDTA-Vollblut, ICP-MS) Einordnung
0,35–1,45 µg/l Normalbereich (IMD-Referenzbereich)
< 0,35 µg/l Hinweis auf unzureichende Lithium-Versorgung

Wichtiger Hinweis

Lithium als Spurenelement ist bisher nicht offiziell als essenziell anerkannt, weshalb der Wert nicht isoliert überbewertet werden sollte. Der biochemische Wirkmechanismus der beobachteten Assoziationen ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Für Fragen rund um zentralnervöse Funktionen können ergänzend weitere Mikronährstoffe wie Magnesium, Zink und Vitamin D relevant sein.

Wann sind Abweichungen beim Lithium (Spurenelement) häufig?

  • Geringer Lithiumgehalt im örtlichen Trinkwasser
  • Einseitige oder geringe Aufnahme pflanzlicher Lebensmittel
  • Regional stark unterschiedliche natürliche Lithiumvorkommen
  • Hoher Konsum von Mineralwasser mit sehr geringem Lithiumgehalt

Fazit

  • Lithium als Spurenelement wird über Trinkwasser und pflanzliche Nahrung aufgenommen und gilt als potenziell essenziell für zentralnervöse Funktionen.
  • Bevölkerungsstudien zeigen Zusammenhänge mit psychischer Gesundheit und Mortalität, der genaue Wirkmechanismus ist aber noch nicht geklärt.
  • Die Bestimmung erfolgt spezifisch im EDTA-Vollblut mittels ICP-MS, getrennt von der therapeutischen Lithiumspiegel-Kontrolle.

Kosten im IMD-Labor 23,90 EUR

Der Lithium-Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) kostet für Selbstzahler als reine Laborbestimmung 1,75 €. Dazu kommen ggf. Blutabnahme (+4,20 €) und Beratungskosten beim Arzt.