Der Blutwert Nickel liefert Erkenntnisse über eine mögliche Nickelbelastung, eine Nickelüberempfindlichkeit (Kontaktallergie) sowie über exogene Belastungsquellen wie Ernährung, Umwelt oder berufliche Exposition. Die Untersuchung wird gezielt bei Verdacht, nicht routinemäßig, eingesetzt.

Was ist Nickel?

Nickel ist ein Spurenelement, das in sehr kleinen Mengen natürlich vorkommt. Für den menschlichen Stoffwechsel ist keine gesicherte essenzielle Funktion etabliert. In höheren Mengen kann Nickel jedoch gesundheitlich relevant sein.

Typische Quellen sind nickelhaltiger Schmuck, Knöpfe, Uhren, Münzen, bestimmte Arbeitsbereiche (z. B. Metallverarbeitung), Zigarettenrauch sowie nickelreichere Lebensmittel (z. B. Nüsse, Kakao, Hafer, Hülsenfrüchte).

Welche Erkenntnisse liefert der Nickel-Blutwert?

  1. Hinweis auf erhöhte Nickelbelastung:
    Ein erhöhter Nickelwert kann auf eine erhöhte Aufnahme über Ernährung, Umwelt oder eine berufliche Exposition hinweisen. Besonders relevant ist dies, wenn entsprechende Kontaktquellen oder Beschwerden bestehen.
  2. Abklärung im Kontext einer Nickelallergie (ergänzend):
    Nickel ist ein häufiger Auslöser von Kontaktallergien. Der Blutwert weist jedoch nicht direkt eine Allergie nach, sondern kann im Kontext auf eine mögliche systemische Belastung hinweisen, die Beschwerden verstärken kann.
    Typische Symptome bei Überempfindlichkeit sind Ekzeme, Juckreiz oder Hautausschläge.
  3. Mögliche systemische Effekte bei hoher Belastung:
    Bei deutlich erhöhter Belastung (selten) können unspezifische Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Reizungen der Atemwege auftreten. Chronische hohe Belastungen sind vor allem arbeitsmedizinisch relevant.
  4. Verlaufskontrolle nach Expositionsreduktion:
    Der Wert kann zur Kontrolle genutzt werden, wenn nickelhaltige Quellen konsequent reduziert werden oder berufliche Schutzmaßnahmen greifen sollen.

Typische Referenzwerte (Orientierung)

Nickel (Serum/Plasma) Einordnung
< 1,0 µg/l Unauffällig (laborabhängig)
> 1,0–3,0 µg/l Erhöhte Belastung möglich (Abklärung der Quellen sinnvoll)

Aussagekraft der Untersuchung

Nickel kann auch im Urin bestimmt werden. Häufig ist Urin-Nickel besser geeignet,
um die aktuelle Belastung abzuschätzen, während Blutwerte eher eine kurzfristige Belastung widerspiegeln können. Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt von der Fragestellung ab.

Wann ist der Nickel-Wert besonders sinnvoll?

  • Verdacht auf erhöhte Exposition (z. B. beruflich, Umwelt, Ernährung)
  • Nickelallergie mit ausgeprägten oder systemischen Beschwerden (ergänzend)
  • Unklare Haut- oder Schleimhautreaktionen
  • Gezielte Umwelt- oder Schwermetallabklärung
  • Verlaufskontrolle nach Vermeidung nickelreicher Quellen

Fazit

  • Nickel ist kein essentielles Spurenelement und wird vor allem als Belastungsparameter gemessen.
  • Der Blutwert hilft, mögliche Expositionsquellen und eine erhöhte Aufnahme einzuordnen.
  • Je nach Fragestellung kann eine Urinmessung ergänzend oder geeigneter sein.

Kosten im Labor 27,49 EUR

Der Nickel-Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler, kostet die reine Laborbestimmung ca. 27,49 €, dazu kommen ggf. Blutabnahme (+4,20 €) und Beratungskosten beim Arzt.