Der Blutwert Folat (auch als Folsäure bezeichnet) liefert wichtige Hinweise auf die Versorgung mit Vitamin B9. Folat ist zentral für die Zellteilung, die Blutbildung und die DNA-Synthese. Ein Mangel kann zu Blutarmut und neurologischen Beschwerden beitragen und ist besonders relevant bei Kinderwunsch und Schwangerschaft.

Was ist Folat?

Folat ist die natürliche Form von Vitamin B9, während Folsäure die synthetische Form ist,
die häufig in Nahrungsergänzungsmitteln vorkommt. Folat wird benötigt für die Bildung roter Blutkörperchen, für die Zellneubildung sowie für den Abbau von Homocystein.

Welche Erkenntnisse liefert der Folat-Blutwert?

  1. Abklärung eines Folatmangels:
    Niedrige Werte sprechen für eine Unterversorgung, die zu Müdigkeit, Leistungsabfall und Blutarmut führen kann.
  2. Beurteilung bei Blutarmut (megaloblastäre Anämie):
    Ein Folatmangel kann eine charakteristische Form der Anämie verursachen, bei der die roten Blutkörperchen vergrößert sind.
  3. Einfluss auf Homocystein:
    Folat ist wichtig für den Abbau von Homocystein. Bei niedrigem Folat kann Homocystein erhöht sein, was mit einem erhöhten Gefäßrisiko in Verbindung gebracht wird.
  4. Besondere Bedeutung bei Kinderwunsch und Schwangerschaft:
    Eine ausreichende Folatversorgung senkt das Risiko von Neuralrohrdefekten beim ungeborenen Kind. Daher ist Folat in der Schwangerschaftsvorbereitung ein Schlüsselwert.
  5. Verlaufskontrolle bei Supplementierung:
    Der Wert eignet sich zur Kontrolle, ob eine Supplementierung
    erfolgreich ist und die Speicher wieder aufgefüllt sind.

Typische Referenzwerte (Orientierung)

Folat (Serum) Einordnung
> 4 ng/ml Ausreichend (laborabhängig)
2–4 ng/ml Grenzwertig niedrig
< 2 ng/ml Folatmangel wahrscheinlich

WAS MESSEN?

Serum-Folat vs. Erythrozyten-Folat

Je nach Fragestellung kann Folat im Serum oder in den roten Blutkörperchen gemessen werden.

Serum-Folat spiegelt eher die kurzfristige Zufuhr wider,

Erythrozyten-Folat eher den langfristigen Status.

Wichtiger Hinweis

Folat und Vitamin B12 hängen eng zusammen. Ein isolierter Folatwert sollte daher häufig gemeinsam mit Vitamin B12, Blutbild (MCV) und ggf. Homocystein beurteilt werden.
Ein Folatmangel kann ähnliche Symptome verursachen wie ein B12-Mangel.

Wann ist Folatmangel häufig?

  • Einseitige Ernährung (wenig Gemüse, Hülsenfrüchte)
  • Erhöhter Bedarf (Schwangerschaft, Stillzeit)
  • Alkoholkonsum
  • Resorptionsstörungen (z. B. Zöliakie)
  • Bestimmte Medikamente (z. B. Methotrexat)

Fazit

  • Folat ist essenziell für Zellteilung, Blutbildung und DNA-Synthese.
  • Niedrige Werte können zu Anämie, Müdigkeit und erhöhtem Homocystein beitragen.
  • Besonders wichtig bei Kinderwunsch und Schwangerschaft.
  • Für eine sichere Einordnung sind oft weitere Werte wie Vitamin B12 sinnvoll.

Kosten im Labor 16,76 EUR

Der Folate-Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler, kostet die reine Laborbestimmung ca. 16,76 €, dazu kommen ggf. Blutabnahme (+4,20 €) und Beratungskosten beim Arzt.