Der Blutwert Bicarbonat (Hydrogencarbonat HCO₃⁻), im Labor oft als CO₂ angegeben, liefert wichtige Informationen über den Säure-Basen-Haushalt des Körpers sowie über die Funktion von Lunge und Nieren. Er ist ein zentraler Parameter zur Beurteilung von Azidose und Alkalose.

Was ist Bicarbonat (CO₂)?

Bicarbonat (HCO₃⁻) ist der wichtigste Basenpuffer im Blut. Es neutralisiert Säuren und hält den Blut-pH-Wert in einem engen, lebenswichtigen Bereich. Im Labor wird der Wert häufig als Gesamt-CO₂ gemessen, da Bicarbonat den größten Anteil des CO₂ im Blut ausmacht.

Welche Erkenntnisse liefert der Bicarbonat-Blutwert?

  1. Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts: Niedrige Bicarbonatwerte sprechen für eine metabolische Azidose, erhöhte Werte für eine metabolische Alkalose.
  2. Hinweis auf Nierenfunktion: Die Nieren regulieren den Bicarbonatspiegel. Störungen können auf eine eingeschränkte Nierenfunktion oder renale Säureausscheidungsstörungen hinweisen.
  3. Zusammenhang mit Atmung: Da Lunge und Nieren gemeinsam den Säure-Basen-Haushalt steuern, können Veränderungen des Bicarbonats auch bei Atemstörungen (z. B. chronische Lungenerkrankungen) auftreten.
  4. Abklärung bei Stoffwechselerkrankungen: Der Wert ist wichtig bei Diabetes (z. B. diabetische Ketoazidose), schweren Durchfällen oder Erbrechen sowie bei Vergiftungen.
  5. Verlaufskontrolle: Bicarbonat wird zur Überwachung bei bekannten Säure-Basen-Störungen oder auf Intensivstationen regelmäßig kontrolliert.

Typische Referenzwerte (Orientierung)

Bicarbonat (CO₂) Einordnung
22–29 mmol/l Normalbereich
< 22 mmol/l Hinweis auf metabolische Azidose
> 29 mmol/l Hinweis auf metabolische Alkalose

Wichtiger Hinweis

Der Bicarbonatwert allein reicht nicht zur vollständigen Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts aus. Für eine genaue Analyse werden häufig zusätzliche Parameter wie pH-Wert, pCO₂ und Basenüberschuss benötigt (Blutgasanalyse).

Wann ist der Bicarbonat-Wert besonders sinnvoll?

  • Abklärung von Säure-Basen-Störungen
  • Nieren- oder Lungenerkrankungen
  • Diabetes mellitus (Ketoazidose)
  • Starke Durchfälle oder Erbrechen
  • Überwachung bei schweren Erkrankungen

Fazit

  • Bicarbonat ist der wichtigste Puffer des Blutes.
  • Der Wert liefert zentrale Informationen über Säure-Basen-Gleichgewicht.
  • Abweichungen geben Hinweise auf Stoffwechsel-, Nieren- oder Atemstörungen.

Kosten im Labor 4,02 EUR

Der Bicarbonate -Wert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler, kostet die reine Laborbestimmung ca. 4,02 €, dazu kommen ggf. Blutabnahme (+4,20 €) und Beratungskosten beim Arzt.